Seniorenfreizeit 2015 – ein Reisebericht

Als am 23.Mai alle Koffer, Rollatoren, Walkingstöcke etc. im Bauch des Autobusses Oberbayern verstaut waren, starteten 30 Senioren und Seniorinnen im Alter bis zu 95 Jahren aus der Friedenskirchen- und Limesgemeinde mit Pfarrerin Birgit Reyher erwartungsfroh in Richtung Tegernsee zur diesjährigen Seniorenfreizeit.

Der Busfahrer begrüßte uns mit einem bayrischen „Grüß Gott“, und da die Autobahn frei und das Wetter gut war, konnten wir uns 3 Stunden später im Gasthof „Weißes Ross“ in Schwaig in der rustikalen Bauernstube von der fränkischen Gastlichkeit überzeugen und ein deftiges Mittagessen einnehmen.

Frisch gestärkt ging es nun dem Endziel Bad Wiessee Hotel Askania entgegen, wo wir von dem Hotelbesitzer Herrn Kaiser und seinem Team herzlich aufgenommen wurden und unsere Zimmer beziehen konnten.

Vor dem Abendessen wurden wir dann noch einmal offiziell von Herrn Kaiser mit einem Willkommensgetränk begrüßt. Er erzählte uns die Geschichte seines Hauses, das jetzt in der 4. Generation von seiner Familie mit viel Liebe geführt wird. Er informierte ebenso über hausinterne Details, wie Wellness-Abteilung und Museum im Untergeschoß, sowie über die Handhabung des Unikums, auf das alle im Haus Askania besonders stolz sind: ein Fahrstuhl aus dem Jahre 1929. Der älteste noch funktionierende seiner Art, sorgt dafür, dass die Gäste ohne große Anstrengungen in die oberen Geschosse des Hauses kommen können. Für den nächsten Vormittag bot er an, eine kleine Ortsbegehung mit unserer Gruppe zu machen, was gerne angenommen wurde.

So starteten wir nach einem reichhaltigen Frühstück zu einem informativen Spaziergang, vorbei an dem über 100 Jahre alten Jodschwefelbad. Bei dieser Gelegenheit erfuhren wir, dass 1909 eine holländische Firma dort nach Öl bohrte, stattdessen aber die Jod- und Schwefelquelle fand. Sie ist heute die stärkste Heilquelle in Deutschland dieser Art und wird zur Linderung und Heilung bei vielen Erkrankungen empfohlen. So wurde eigentlich durch Zufall aus einem kleinen Ort am Tegernsee „Bad“ Wiessee.

Herr Kaiser führte uns anschließend über den Seepromenadenweg zur Schiffsanlegestelle, von wo aus wir am Nachmittag zu einer Bootsfahrt nach Tegernsee-Stadt starteten, um im „Café Kreutzkamm am See“ nicht nur Kaffee und Kuchen zu genießen, sondern auch den Blick auf den See und das umliegende faszinierende Bergpanorama.

Bei der Rückfahrt lernten wir dann noch mehrere andere Anlegestellen kennen und erlebten so eine kleine Seerundfahrt.

Den nächsten Tag konnte man frei gestalten, und so fuhren die meisten der TeilnehmerInnen mit der Kabinenseilbahn von Rottach-Egern aus zum Panoramarestaurant auf dem Wallberg und freuten sich über die schöne Aussicht auf den Tegernsee und die Bergwelt. Am Abend lud der Chef des Hauses zu einer Grillparty auf der Terrasse ein, was uns sehr gefiel.

Für Freitag war am frühen Nachmittag eine Besichtigung des privaten Markus-Wasmeier-Freilichtmuseums auf einem 60.000 qm großen Gelände in Schliersee geplant. Dort hatten wir eine Führung und konnten sehen, wie beschwerlich das Landleben einst war. Besonders anschaulich wurde dies bei der Besichtigung des Lukashofes und des Kräutergartens, der Bäckerei, des altbayrischen Wirtshauses sowie der Brauerei, wo heute noch das „Museumsbier“ hergestellt wird. Manche witzige Anekdote erheiterte die Führung.

Mit der Idee, ein Bauernhausmuseum zu errichten, das ausschließlich durch Eigenmittel und Spenden finanziert wird, verfolgten Wasmeier und sein Vater das Ziel, das kulturelle Erbe zu pflegen und für kommende Generationen zu bewahren.

Nach der doch anstrengenden Besichtigung fuhren wir zu dem über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannten „Café Winklstüberl“ in Fischbachau, das wegen der XXL-Kuchen- und Tortenstücke täglich hunderte von Gästen anlockt. Das Lied von Udo Jürgens „Aber bitte mit Sahne“ hat seinen Ursprung in diesem Café und ist eine Liebeserklärung an die Tortenkunst des Gasthauses. Wir konnten uns davon überzeugen, dass dies stimmt!

Am nächsten Vormittag fand anstatt der früher üblichen Rallye ein gemeinsamer Spaziergang entlang der Seepromenade zum Hotel Terrassenhof statt, wo jeder ein Getränk spendiert bekam.

Am Sonntag durfte der gemeinsame Gottesdienst nicht fehlen – er fand in der evang.-luth. Friedenskirche statt.

Am Montag hieß es dann schon wieder Koffer packen, die letzten Einkäufe erledigen und dem Abschied entgegensehen. Am Abend fand unser traditioneller „Bunter Abend“ zum Abschluss statt mit einem Quiz, zwei Sketchen („die Stadtrundfahrt“ und „Aschenputtel“), Gedichten, Liedern und schließlich mit der Siegerehrung der Rategruppen. Dazu spendierte uns der Chef zum Abschied eine Erdbeerbowle, die wir alle genossen.

Dienstagmorgen – der traurige Abschied vom Tegernsee.

Manche wären gerne noch länger geblieben und wohl alle waren der Meinung, das war wieder eine schöne, gelungene Freizeit mit vielen neuen Eindrücken und Erfahrungen in der Gemeinsamkeit. Dazu gehörten sowohl die Abendrunden mit viel Singen und manchmal Spielen, als auch die tägliche Morgengymnastik für Frühaufsteher. Geschätzt wurde ebenso die Möglichkeit, Zeit für eigene Unternehmungen zu haben, z.B. für eine größere Wanderung oder einfach nur, um auf einer Bank am See „seine Seele einmal baumeln“ zu lassen.

So freuen sich alle schon auf die Seniorenfreizeit im kommenden Jahr! Wohin die wohl gehen mag?

 

Waltraud Metzger

 

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