Verabschiedung von Pip Higmann

„Funktionen sind zu ersetzen, Menschen aber sind nicht zu ersetzen.“

In diesem Jahr stand der Gottesdienst zum Erntedankfest am 1. Oktober unter einem besonderen Stern: der Rückblick auf das Vergangene mündete in den Abschied von Pip Higman.

Und was bis dahin undenkbar gewesen war, sollte nun zur harten Wirklichkeit werden. Ein langer Entscheidungsprozess hat Pip und Chris Higman zu der Überzeugung kommen lassen, dass sie zu ihren Kindern in die englische Heimat zurückkehren wollten, und so musste sich die Friedenskirchengemeinde von einer Kirchenvorsteherin verabschieden, die in den vergangenen 8 Jahren die Entwicklungen mit viel Engagement und mit großer Hingabe begleitet und auch geprägt hat. An vielen Stellen im Gemeindeleben war sie zu finden und hat mit unermüdlichem Fleiß und großer Umsicht angepackt, wo es nötig war, und immer wieder mit großer Hilfsbereitschaft Lücken gestopft, die aufgerissen waren. So war sie nicht nur in der Gemeindeleitung im Kirchenvorstand, sondern auch im Küsterkreis, im Kuratorium der Diakoniestation und in der Arbeit der Flüchtlingshilfe tätig.

Im Besonderen aber hing ihr Herz an der Arbeit für und mit unserem Kindergarten Am Park. Die Entstehungsgeschichte des Neubaus von den ersten Überlegungen und Verhandlungen bis zur Grundsteinlegung und zum Richtfest im Sommer diesen Jahres hat sie im Detail mitgeschrieben, und so war es ihr ein besonderes Anliegen, diese Arbeit bis zur letzten Sekunde weiterzuführen, ja bis der Möbelwagen schon den Schreibtisch eingeladen hatte.

Mit sehr persönlichen und ergreifenden Worten hat Hans-Jürgen Repke ihr für ihre Verdienste in der Kirchengemeinde gedankt: „Funktionen sind zu ersetzen, Menschen aber sind nicht zu ersetzen.“
Die Zukunft wird es zeigen, ob all das, was Pip getan hat, nun auf andere Schultern verteilt werden kann. Sicherlich aber wird uns ihr Humor, ihre Herzenswärme, ihre große Menschenkenntnis und ihre Entscheidungskompetenz fehlen, wenn es darum geht, das Leben und die Friedenskirchengemeinde immer wieder neu auszurichten. Mit einem Korb voller symbolträchtiger Abschiedsgaben haben wir sie ausgerüstet und ihr für das vermeintlich unfreundliche Wetter in England eine wärmende hessische Erinnerungsdecke umgehängt.

In der ihr eigenen Zurückhaltung legte sie so ganz nebenbei ihr Abschiedsgeschenk an die Gemeinde auf den Altar: ein selbstgefertigtes Antependium zu Verwendung an der Kanzel. Die liturgische Farbe violett ordnet es der Advents- und der Passionszeit zu, und so wird es im Gottesdienst am 1. Adventssonntag der Gemeinde übergeben und feierlich installiert werden.

Ein fröhlicher und dennoch tränenreicher Abschied stand ganz unter dem großen Wort DANKE, gesungen und gestaltet von den Erzieherinnen aus Krippe und Kindergarten, und mündete in ein hoffnungsvolles „Auf Wiedersehen“ bei der Einweihung der neuen KiTa. Wir freuen uns darauf! Und wissen: Pip Higman tut es auch!

Birgit Reyher

Fotos: Volker Murschel

Foto: Seidel

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