Freundliche Reden sind Honigseim, süß für die Seele und heilsam für die Glieder.

Das ist der Monatsspruch für den Monat Juni aus dem Buch der Sprüche Salomos im
16. Kapitel.

Heute wird zwar viel geredet, aber wenig ernsthaft gesprochen.

Und wenn doch, sind es oft wenig tief gehende Gespräche. Was auch daran liegt, dass offenbar Zuhören aus der Mode kommt und viele eher von sich reden, sich darstellen müssen. Wo viel dargestellt wird, ist viel Wettbewerb und wenig Zuhören. Das Wort selbst ist in der Krise, könnte man sagen. Vielleicht liegt das am vielen Gebrauch und dem schlechteren Zuhören. Und schließlich nehmen auch die normalen Kontakte zu Menschen ab. Wer an keinen Bankschalter mehr muss, weil man diese Geschäfte im Internet tätigt – wie auch viele Einkäufe –, verliert die Empfindung für fremde Menschen. Und wer die verliert, meint, sich alles leisten zu können.

Freundliches miteinander Reden ist eher eine Seltenheit geworden, das jedenfalls steht zu befürchten. Dagegen wird viel gejammert, geklagt, auch geschimpft. Es dauert lange – wenn es überhaupt geschieht –, bis sich ein Mensch bei einem anderen persönlich bedankt. Wenn es aber geschieht, ist es wirklich wie Honigseim – das ist der noch nicht verarbeitete Seim, der aus den Waben fließt. Er ist schon schmackhaft und süß. Er tut der Seele gut. Freundliche Reden, weiß die Bibel, stärken das Leben an Leib und Seele. Mitunter machen sie gesünder, zumindest aber heiler. Was sollte uns also noch hindern an freundlichen Reden?

Wer sich sagt: Ich will freundlich bleiben, wird zum Geschenk für die Welt.

Man muss sie sich, wie alles Gute, vornehmen. Von selbst sind wohl die wenigsten Menschen freundlich. Selbst dann nicht, wenn sie viel Freundlichkeit erfahren. Also: nehmen wir es uns vor! Und geben uns, im Namen Gottes, freundlich –angefangen in diesem Monat! Wer es übt, wird geübter. Wer sich sagt: Ich will freundlich bleiben, wird zum Geschenk für die Welt. Andere haben auch ihre Lasten, andere tragen auch Leid oder Schmerz, andere sind für mein Unglück meist nicht verantwortlich. Mit anderen Worten: Es gibt keinen Grund zur Unfreundlichkeit. Selbst dem Unfreundlichen kann ich versuchen, freundlich zu begegnen – in der Hoffnung, dass Freundlichkeit seiner Welt ein anderes Licht bringt. Und meiner Welt dann bestimmt auch. Freundlichkeit taucht die Welt in ein neues Licht. Und: sie wirkt heilsam. Probieren Sie es aus?

 

Mit Gedanken meines Kollegen Michael Becker grüße ich Sie zum Sommer und wünsche uns allen, dass wir die kommende Sommer- und Ferienzeit nutzen können für neue, freundliche und (er)leuchtende Erfahrungen

 

Ihre

 

Birgit Reyher

Das könnte Dich auch interessieren...