Liebe Gemeinde

so ganz allmähglich werden auch in Deutschland die Corona-Regeln ein wenig gelockert, und ein vorsichtiger Hauch von Normalität will über das Land wehen.

Mit dem kommenden Sonntag beginnt diese Entwicklung auch in der Friedenskirchengemeinde. Sicherlich müssen wir uns noch lange mit zahlreichen Bestimmungen auseinandersetzen:  das Gebot, den Mund-Nase-Schutz nicht zu  vergessen, wird uns noch lange begleiten, und auch die Abstandsregeln gehören in den kommenden Wochen und Monaten wohl zu unserem Alltag dazu wie Geschwindigkeits-beschränkungen und rote Ampeln im Straßenverkehr. Es ist gut, wenn es uns in Fleisch und Blut übergehen wird, auf den anderen zu achten und die eigenen Interessen ein wenig auszubremsen um unser aller Gesundheit willen.

Und doch ist es schön, wenn wir auch in der Friedenskirchengemeinde wieder ganz vorsichtig aufnehmen können, was in den vergangenen Wochen ausfallen musste: am 17. Mai wird es den ersten (kleinen) Gottesdienst um 10 Uhr geben, und ich freue mich, Sie wieder in der Kirche begrüßen zu können.

Es wird gut sein, wieder gemeinsam auf Gottes Wort zu hören und vielleicht auch neben allem Dank mit ihm zu ringen über das, was zukunftsweisend und wertvoll werden soll aus den Erfahrungen dieser Zeit. Da trifft es sich gut, dass wir den Neuanfang am Sonntag Rogate (auf deutsch: betet) beginnen. Mit seinem Namen setzt er Maßstäbe.

Wir werden eine kleine Andacht miteinander feiern, die sicher ungewohnt sein wird – schon deshalb weil wir keine Nähe zueinander suchen dürfen sondern gebührenden Abstand halten müssen. Es wird Zugangsbeschränkungen zur Kirche geben, weil wir uns auf 30 Sitzplätze im gesamten Kirchenraum beschränken müssen, und das gemeinsame Singen, das zum Gottesfeiern essentiell dazugehört, wird sich auf ein leises Summen mit geschlossenem Mund beschränken müssen. Das Tragen einer Maske wird selbstverständlich sein und dann sicher auch den Klang des gemeinschaftlichen Betens bestimmen.

Was bleibt ist die Strahlkraft der Orgel. Sie hat in den letzten Wochen viel dazugewonnen durch die Zuwendung begabter Menschen, die sich auf Orgelbau verstehen, und Yumi Yokoyama-Kühnl entlockt ihr nun Töne, deren Klang uns noch überraschen und erstaunen wird.

An dieser Stelle möchte ich dann auch noch gleich eine Information für den Pfingstmontag hinzufügen: den traditionellen Stadtgottesdienst auf dem Marktplatz wird es in diesem Jahr nicht geben, stattdessen aber einen ökumenischen Gottesdienst in St. Pankratius um 10 Uhr. Dafür sind von den zur Verfügung stehenden Plätzen 25 für die Friedenskirchengemeinde reserviert. Wer also diesen Gottesdienst mitfeiern will, möge sich bitte bis zum 25. Mai in unserem Gemeindebüro dazu anmelden, da eine namentliche Zusammenstellung aller Gottesdienstbesucher erstellt werden muss, die zur Nachverfolgung eventueller Infektionsketten notwendig werden könnte.

Ich freue mich darauf, mit Ihnen zusammen am Sonntag auf Gottes Wort zu hören, zu beten und zu summen, und uns gemeinsam der Liebe unseres Gottes zu vergewissern. Er geht auch diesen Weg durch ungewisse Zeiten mit uns, und mit seinem Segen werden wir neu entdecken, was es für uns bedeutet, wenn der Apostel Paulus schreibt:

Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach seinem Ratschluss berufen sind. (Rö 8,28)

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